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Felicé X Luxus – Interview mit den Designern

Die erste gemeinsame Kollektion der Dortmunder Modelabels Miguel Felice und Blvck Luxus trägt den Namen FELICE X LUXUS. Wie es um die Labels steht, erfahrt ihr hier!

Jung, kreativ und den festen Willen Fuß in der Modebranche zu fassen: die Dortmunder Claúdio Miguel Coxe João (22) und Medad Henry Sekyere (20) erfüllen sich ihren Wunsch vom eigenen Modelabel. Erstmal gemeinsam, dann jeder sein Eigenes. Doch getrennt haben sich die Wege der beiden nicht. Das ehemalig gemeinsame Label Blvck Luxus führt Medad nun alleine. Claúdio, auch Miguel genannt, rief vergangenes Jahr sein Label Miguel Felicé ins Leben.  Sie unterstützen einander immer noch, treiben sich gegenseitig an. Das ist wichtig, da neben dem eigenen Label, auch der Alltag bewältigt werden muss. Miguel macht nebenher eine Ausbildung zum Wirtschaftsberater. Medad ist Abiturient sowie Musiker. Dass man sich seinen Traum unabhängig vom Alter erfüllen kann,  zeigen sie in ihrer ersten gemeinsamen Kollektion FELICÉ X LUXUS. Die wird seit Sonntag (26. 8.) online verkauft. Darüber habe ich mich mal mit den beiden Jungs unterhalten.

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Medad Henry Sekyere (l.) und Claúdio Miguel Coxe João

Wann wusstet ihr, dass ihr ins Modegeschäft einsteigen möchtet?

Claúdio Miguel: Medad und ich kennen uns schon ewig. Als Medad 16 war, haben wir uns durch einen Kollegen, der eine Druckfirma hatte, irgendwie ein Label aufgebaut. Medad hat mich angerufen und meinte „Ey, bei dem können wir drucken!“. Und ja… dann habe ich halt den Namen Black Luxus eingebracht und wir haben gestartet.
Medad:
Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit dem Jungen, bei dem wir gedruckt haben, in eine Klasse ging. Ich Stand vor deren Fanshop, wo an der Scheibe stand „T-Shirts drucken ab 5 Euro“. Ich kann mich ganz genau erinnern! Ich bin direkt zu Claudio und meinte „Ich will T-Shirts drucken, lass’ das mal machen!“ Wir haben uns Namen überlegt und er kam dann mit Blvck Luxus. Und das fand ich krass. Ich war in der Sache der Draufgänger und Claudio hat immer alles abgewogen.

Wieso arbeitet ihr nicht mehr zusammen in einem Label?

Claúdio Miguel: Ich war eine Zeit lang bei Blvck Luxus. Alles lief gut, aber mir kam irgendwann der Gedanke, mein eigenes Ding zu machen. Es lief alles über Medads Namen. Weil ich im Heim gewohnt habe, hat es eben nur so funktioniert zu der Zeit. Ich wollte etwas mit meinem eigenen Namen machen und so habe ich die Marke nach meinem Vater benannt. Miguel Felice. Dann habe ich die ersten Schritte in die Modeszene gewagt.

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Wofür steht Blvck Luxus?

Medad: Man hört es schon. Leute denken es ist eine schwarze Marke, aber das ist es nicht. Ich mein’, okay, ich bin Designer und ich bin schwarz. Dafür kann ich nichts. Die Worte Luxus und Black, das ist gesplitted, aber auch irgendwie zusammen. Schwarz ist die Farbe der Dominanz. Wenn man sich einen schwarzen Lambo ansieht, ist das Logo gold. Gold drückt etwas luxuriöses. Ich verbinde Luxus mit Schwarz. Wenn ich reich bin, kauf ich mir einen riesigen schwarzen Mamorstein mit goldener Gravur *lacht*. Luxus ist für mich aber auch das Schönste, was ein Mensch erschafft. So ist es mit meinen Designs, ich mache sie mit Liebe.
Claúdio Miguel: Miguel Felice trägt den Namen meines Vaters. Mein Vater ist kurz vor meiner Mutter 2002 verstorben. Der Name hat für mich also eine wichtige Bedeutung. Felice heißt übersetzt aus dem Italienischen glücklich. Das sollte alles eine Metapher sein. Wenn Leute meine Marke tragen, geht es mir nicht darum, wer der Fresheste ist oder den krassesten Style hat. Sie sollen einfach glücklich sein, wenn sie meine Marke tragen.

Ihr designed selbst, aber produziert nicht selbst. Richtig?

Claúdio Miguel: Wir haben viele Produktpartner und ein Vermittlungsteam, wodurch wir uns immer das Beste rauspicken können. Wir produzieren zum Teil in Ägypten, Marokko. Wir sind auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs. Uns ist wichtig, dass die Arbeiter einen fairen Lohn erhalten und das kostet uns im Gegenzug sehr viel. So viel Gewinn machen wir selbst gar nicht.
Medad: Genau. Jede Marke hat einen Hintergrund. Meine Poloshirts zum Beispiel wurden In Ghana hergestellt. Damit wollte ich zeigen, dass ich die Bevölkerung in meinem Heimatland unterstützen möchte.

felice luxus sports collection - tari-dressman-fashionblogger-ruhrgebietIhr habt jeweils ein eigenes Label. Arbeitet ihr dann auch alleine? Oder gibt es Kooperationen, Kontaktaustausch?

Claúdio Miguel: Bis vor kurzem haben wir alleine gearbeitet. Das war schwierig, weil wir dieselben Kontakte genutzt haben. Vor kurzem ging alles nach Hinten los. Wir hatten richtigen Personalmangel und haben es dann so gelöst, dass wir uns beispielsweise geteilt haben.
Medad: Wir sehen uns als Partnerunternehmen die sich gegenseitig unterstützen. Das ist ’ne ganz wichtige Sache. Um Kosten zu sparen haben wir uns daher überlegt öfter zusammenzuarbeiten.

Kommt es für Euch nicht in den Sinn die Labels wieder zusammenzuführen?

Miguel: *lacht* Ich glaube eher nicht.

Wie würdest du Luxus definieren, Miguel?

Claúdio Miguel: Luxus ist sehr individuell. Ich bin im Heim aufgewachsen und für mich war damals schon WLAN Luxus oder eine Handyflat. Oder das selbstgekochte Essen einer Mutter. Deswegen sehe ich das als individuell. Luxus ist für mich frei Leben zu können.

Was macht dich glücklich, Medad?

Medad: Ich bin glücklich, wenn ich mit meiner Familie zusammen bin. Ich bin aber auch glücklich, wenn Leute mir zu meinem Style Komplimente machen. *lacht* Ich denke halt Glück ist, wenn du einen sehr guten Umkreis hast. Gute Freunde, einen Freund wie Claudio, der immer da ist. Es ist Glück, wenn du von Menschen umgeben bist, die dich einfach pushen. Wenn ich Leute in meinen Shirts sehe, bin ich glücklich.

Welche Bedeutung hat für Euch die Collabo Felice X Luxus?

Claúdio Miguel: Das ist so, als hätten zwei Brüder wieder zusammengefunden. Felice X Luxus. Zufriedenheit trifft auf Luxus. Wenn man das verbindet, spricht es schon für sich.

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