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The Band Trend – Wenn das Bandmerch zum Streetstylekult wird

Vom Bekenntnis der Zugehörigkeit zur rebellischen Rockszene hin zu einem Modestatement der Streetstyleszene. Bandshirts von Rocklegenden wie Metallica, The Rolling Stones oder Guns’n’Roses sind eine Selbstverständlichkeit im Kleiderschrank jedes Modebegeisterten geworden, oftmals leider ohne Geschichte. Die kann man nämlich nicht online dazu bestellen. Viele der Millenials haben die ersten Konzerte nur auf Youtube gesehen – wenn überhaupt. Es ist nicht eines der ersten Shirts, dass zu späteren Konzerten erneut getragen wird, um klarzustellen, man habe die Band schon unterstützt bevor sie Mainstream wurde. Es ist nicht eines der Shirts, das während eines Moshpits gefangen wurde oder mit der langersehnten Vinylplatte ankam. Diese Shirts werden nun bei Asos, H&M oder sogar Primark gekauft. Eins haben sie immerhin gemeinsam: Als Fashionstatement eigenen sie sich.

Don’t talk about things you don’t know  &
don’t wear merch of artists you know nothing about.

Wie richtig kombiniert wird zeigen Bloggerinnen wie Chiara Ferragni, Lisa Banholzer oder auch Stars wie Rihanna, die immer wieder mal zu den berüchtigten Bandshirts greifen. Ausgefallene Logos mit markantem Schriftzug des Bandnamens, machen den Verzicht unmöglich. Denn kein Shirt drückt so viel Lässigkeit aus und bietet obendrein eine direkt erkennbare Gesprächsgrundlage. Kombiniert mit Denim, Leder oder mit luftigem Plisseerock, die Möglichkeiten sind Grenzenlos und der schnelle Look rettet uns, wenn wir morgens mal wieder völlig verschlafen unseren Pflichten nachgehen müssen. Einige Fragen müssen allerdings im Namen des Rocks geklärt werden, denn berechtigterweise erheben Rockfans ihre Stimmen. Wer darf nun ein Bandshirt tragen? Ist es verzeihbar, ein Bandshirt einzig und allein aus ästhetischen Gründen zu tragen? Und wieso regen Fans sich überhaupt auf?

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Don’t just go with the flow

Verzeihbar ist es tatsächlich, ein Bandshirt aus rein ästhetischen Gründen zu tragen – allerdings sollte es meiner Meinung nach nicht toleriert werden. Das hat weniger damit zu tun, dass eingefleischte Rockfans keine „neuen Fans“ in der Szene dulden. Sondern einzig und allein damit, dass der unreflektierte Konsum den Zeitgeist der Gesellschaft widerspiegelt: Hauptsache immer mehr, immer schneller und so wenig Auseinandersetzung wie möglich mit einem Thema. Die neuen TrägerInnen von Bandshirts denunzieren die emotionale Bindung zur Rockmusik, lassen außer Acht, dass Nirvana mehr als „Smells like Teen Spirit“ und „Come as you are“ ist – Surprise. Gleichzeitig bleibt uns nur zu hoffen, dass nicht das falsche T-Shirt aus ästhetischen Gründen gegriffen wird und man unwissend plötzlich nach außen eine rechtspopulistische Gesinnung ausstrahlt. Ein wenig mehr Auseinandersetzung mit den Bands wäre das Minimum an Respekt, den man einer Band entgegenbringen kann, bevor das Bandshirt nach der Modesaison gemeinsam mit unseren Adidas Superstars in der Ecke des Kleiderschranks vor sich her vegetiert.

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Tragt ihr Merch von Artists/Bands, die ihr nicht kennt? Wenn ja, informiert ihr euch über die Künstler, die hinter dem Merch stehen?

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