#POLIZEIGEWSCHWÄTZ THOUGHTS

#polizeigeschwätz mit Crématoire

Polizeigewalt ist real. Polizeigewalt gegenüber ethnischen Minderheiten ist real. Polizeigewalt in Deutschland gegen Schwarze ist real. Institutioneller Rassismus? Auch real. Eine Realität, die für viele unbegreiflich ist, aber dennoch existent. Eine Realität, die uns niemand absprechen darf und tut man es doch, dann spricht man uns unser Recht uns auszusprechen ab. Polizeigewalt in Deutschland existiert in unzähligen Facetten – ganz gleich ob physisch oder psychisch: Gewalt bleibt Gewalt. | Der Dortmunder Rapper Crématoire teilt seine Erfahrungen mit uns.

Polizeigewalt ist real. Polizeigewalt gegenüber ethnischen Minderheiten ist real. Polizeigewalt in Deutschland gegen Schwarze ist real. Institutioneller Rassismus? Auch real. Eine Realität, die für viele unbegreiflich ist, aber dennoch existent. Eine Realität, die uns niemand absprechen darf und tut man es doch, dann spricht man uns unser Recht uns auszusprechen ab. Polizeigewalt in Deutschland existiert in unzähligen Facetten – ganz gleich ob physisch oder psychisch: Gewalt bleibt Gewalt.
Zu sagen, man solle kein großes Ding draus machen, es sei doch gar nicht so schlimm; man solle sich doch nicht aufspielen, denn immerhin habe man das Privileg in Deutschland zu leben… Das ist nicht richtig. Und um einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen, gibt es #Polizeigeschwätz von mir mit Euch. Nein, kein Mitleid. Das wird nicht gebraucht. Was gebraucht wird, ist zu realisieren, dass sowas existiert. Andererseits auch starke Persönlichkeiten, die darüber reden und uns teilhaben lassen.

Meet: Crématoire – Dortmund – Musiker

Crematoire_Dortmunder_Rapper_Polizeigeschwätz

„Ich wurde noch nie festgenommen. Aber das eine Mal als wir eine Auseinandersetzung mit der Polizei hatten, war vor zwei Jahren zu Karneval in Köln. Ich war mit Kollegen in Köln, wir haben dort auf andere Kollegen gewartet und paar runden um den Bahnhof gedreht. Irgendwann wurden wir immer von der Polizei kontrolliert, an jedem Ausgang. Die haben nach Ausweisen gefragt und die eingesammelt – nur von Schwarzen. Um kein Stress zu machen und nicht mit der Rassismusschiene zu kommen, dachte ich mir: Egal, scheiß drauf. Irgendwann wurden wir wieder kontrolliert und dann meinte ich: „Nein, ich zeig Ihnen keinen Ausweis. Die ganze Zeit werden wir kontrolliert, warum?“
Der Polizist meinte, ich hätte ihm nichts zu sagen. Ich hab mich geweigert meinen Ausweis zum gefühlt hundertstem Mal den selben Beamten zu zeigen. Der meinte dann nur: Sie verlassen jetzt Köln, blablabla und irgendwas von Platzverweis. Ich bin ehrlich, ich meinte „Nein, wir gehen jetzt nicht.“
Mein Kollege hat dann gesagt „Ach, halt deine Fresse.“
Aus dem Nichts kam der Polizist angerannt und hat versucht meinen Kollegen zu schubsen. Der Polizist hat zum Schlag ausgeholt, mein Kollege hat den Schlag abgewehrt und sich dann verteidigt. Plötzlich waren wir umzingelt von Polizisten, dieser Bahn Security – wir waren zu fünft oder viert und die waren mit doppelt, vielleicht sogar dreifach so vielen dort! Wir waren in der Mitte, um uns herum nur Polizei und dann die Passanten, die nichts gesagt haben. Wir waren unbewaffnet. Die Polizisten waren irgendwann so in Rage, dass sie Schlagstöcke und Waffen ausgepackt haben. Ich hab nur zu meinen Kollegen gesagt, wir sollten jetzt lieber gehen, bevor unsere Mütter am nächsten Tag einen Anruf mit schlechten Neuigkeiten kriegen.“

Ich möchte Crématoires Aussage weder erklären noch tiefer darauf eingehen. #Polizeigeschwätz soll dazu dienen anderen zu zeigen, dass institutioneller Rassismus vorhanden ist. Worte wie „Ihr nehmt das viel zu ernst.“ oder auch „Stellt Euch nicht so an!“ sind unangemessen, rücksichtslos und dienen keineswegs dazu gegen Rassismus anzugehen. Seine Existenz muss erkannt werden. Erst dann kann dagegen vorgegangen werden. Weil wir mit Äußerungen wie „Nigger“ aufwachsen, banalen Fragen oder Sätzen wie „Geh zurück in dein Land.“, gehört Rassismus zur Realität von Vielen. Wir haben uns sie nicht ausgesucht. Jeder erlebt sie jedoch auf andere Weise. Ich bitte meine Mitmenschen nur darum  zuzuhören und nichts zu verleugnen, was man nicht kennt. #Polizeigeschwätz soll dazu dienen sich auszutauschen, gegenseitig zuzuhören und zu wissen, dass wir als Einheit zusammenhalten.

Habt Ihr auch eine Erfahrung, die Ihr teilen möchtet? 
Dann schickt eine E-Mail an thekinkycare@gmail.com;
Füllt das untenstehende Kontaktformular aus;
oder schreibt mir bei Instagram @bambihascurls
Ihr könnt selbstverständlich auch auf Wunsch anonym bleiben.

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